Mitgliederversammlung Quo Vadis

Mitgliederversammlung Quo Vadis

Am 10.01.2019  findet  die Mitgliederversammlung von Quo Vadis e.V. statt, zu der fristgemäß geladen worden ist. Wir werde das positive Jahr 2018 betrachten und Pläne für die Zukunft in 2019 und den Folgejahren entwickeln. Die Grabanlage von Quo Vadis erfreuen sich in Hamburg zunehmender Beliebtheit!

Wir werden auch weiterhin dafür einstehen, dass eine Alternative geschaffen wird zu den anonymen Grabstätten in Hamburg. Wie wir dem Rechenschaftsbericht der Hamburger Friedhöfe entnehmen konnten, ist die Zahl der anonymen Beisetzungen in den letzten Jahren von über 30 % auf 21 % gesunken im Jahr 2017. 21 % heißt übersetzt aber immer noch, dass jeder fünfte Hamburger sich ohne Angehörige und ohne konkreten Trauerort beisetzen lässt.

Das Bild zeigt die Ursprungsanlage von Quo Vadis im Januar 2019.

Die Alternative zu anonymen Bestattungen in Hamburg

Quo Vadis berät sie gerne – einfach anrufen 040-24840213 oder eine Email schreiben an: info@quo-vadis-hamburg.de. Aufgrund der deutlich gestiegenen Nachfrage ist das Quo-Vadis-Telefon jetzt rund um die Uhr besetzt.

Bildrechte Quo Vadis eV, Januar 2019

Posted by Holger Wende in Gedanken der Stille
Kriesenbewältigung Trauerarbeit

Kriesenbewältigung Trauerarbeit

Die allseits bekannte Psychologin und Psychotherapeutin Prof. Verena Kast hat ein Buch geschrieben über Kriesenbewältigung in der Trauer.  Das Buch kostet als Taschenbuch 18 € bei AMAZON,link und ist im Mai 2017 erschienen.

Das Buch trägt den Untertitel: „Der Schöpferische Sprung“. Damit ist gemeint, dass man aus jeder Kriese auch Gewinn ziehen kann. Einige Menschen behaupten sogar, dass Kriesen dazu beitragen, dass ein gereifte Persönlichkeit entsteht. Wir zitieren aus dem Klappentext:

Dass die Bewältigung von Krisen mit positiven Veränderungen einhergehen kann und »posttraumatisches Wachstum« möglich ist, beschreibt die renommierte Jung’sche Analytikerin und Psychotherapeutin in einem neu hinzugefügten Kapitel. Ein Klassiker, der sowohl Fachleuten als auch Betroffenen und ihren Angehörigen wichtige Hinweise zum Umgang mit Krisen gibt“

„Bücher von Verena Kast sind immer ein Zugewinn für die Trauerarbeit„, so Holger Wende, langjährig erfahrener Trauerbegleiter. „Wenn man Prof Kast reden hört, dann kann man sofort erspüren, dass sie aus einer Jahrzehnte langen Erfahrung als Therapeutin und Dozentin spricht. Eine feinstoffliche Dimension, die die Seelen-Querlagen erspürt, wird von ihrem analytischen Blick erfasst und ein Angebot erstellt ein emotionales, seelisches Korrektiv zu entwickeln, um die gefühlte Ungleichgewichtigkeit des Lebenspendels zurückzubringen in den Gleichgewichts-Raum.

„Dass Verlustprozesse und Trauerprozesse einen aus der Bahn werfen ist ein absolut normales Phänomen, dass keinen Krankheitswert aufweist“ attestierte die Leiterin eines großen ambulanten Hospizdienstes in Hamburg Anfang 2019. „Trauer ist kein Krankheit, sondern Normalität.“

Verena Kast spricht von „Neuverortung des Seins“ und „Reorganistaion des Selbst“, die notwendig wird, wenn ein wichtiger, oder auch gefühlt essentieller Anknüpfungspunkt des Lebens, sprich Lebenspartner,  abberufen wird.

Posted by Holger Wende in Gedanken der Stille
Vorsorge-Set Stiftung Warentest

Vorsorge-Set Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest aus Berlin hat nunmehr schon in der dritten Auflage ein Buch herausgegeben, dass sich mit Texten und Vordrucken rund um das Thema Vorsorge in juristischer Hinsicht kümmert.  Das Heft kostet 14,90 € und kann über den Buchhandel bestellt werden, oder über das Internet, link.  Die Veröffentlichung dieses Ratgebers zur Vorsorge seines Lebensabends datiert vom 3.1.2019, das heißt ist brandneu und gleichzeitig – wegen der Vorauflagen –  altgedient.  Eine sehr vertrauenserweckende Kombination. Aus unserer Vereinserfahrung wissen wir, sie wichtig eine umfassende Regelung einer Bestattungsvorsorge ist.  Die Bestattungsvorsorge ist ein Garant für Ruhe im Umfeld der Familie, wenn es zum Todesfall kommt, weil alle Details schon vorab geregelt sind. Wenn Sie sich nach Bestattungsvorsorge-Möglichkeiten erkundigen, dann verlangen Sie eine Preisgarantie für die Zukunft und wenn Sie ganz auf der sicheren Seite sein wollen auch eine Bankbürgschaft.  Nach unserer Kenntnis bietet diese valide Kombination nur der Marktführer in Hamburg an.

Posted by Holger Wende in Bestattungskultur
Verabschiedung Peter Frankenfeld

Verabschiedung Peter Frankenfeld

Im Hamburger Abendblatt vom 5.1.2019, Seite 20 wird von dem hochbeliebten Moderator Peter Frankenfeld berichtet und seinem Sterbeprozeß. Der Artikel wurde verfaßt von seinem Sohn Thomas Frankenfeld, der zum Todeszeitpunkt -vor 40 Jahren- 27 Jahre alt war. Frankenfeld litt an einer heimtückischen Krankheit – einem Lungenemphysem. Das an sich ist schon eine schwere Beeinträchtigung, aber die Einschränkungen griffen auch auf den Herzmuskel über.  Im Herbst 1978 wurden die Schmerzen immer stärker, schreibt sein Sohn und ein viermonatiger Todeskampf im Krankenhaus schloss sich an.

Trauerfeier Peter Frankenfeld

4000 Gäste haben bei der Trauerfeier auf dem Wedler Friedhof das letzte Geleit gegeben. Der Autor schreibt, dass er unter starkem Medikamenten-Einfluß gestanden hätte, um seinen immensen Schmerz tragen zu können.  Es muß ein sehr gutes Vater-Sohn-Verhältnis bestanden haben.

„Ich stand im Schneegestöber am Grab, sah regungslos zu, wie der Sarg in die Grube gesenkt wurde, bekam von irgendwem eine Rose in die Hand gedrückt, küsste Sie uns warf sie auf den Sarg“.

Hier können Sie den gesamten Artikel im  Abendblatt nachlesen, link.

Bildrechte : Von Magnussen, Friedrich (1914-1987) – Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70287487

Posted by Holger Wende in Bestattung, Bestattungskultur
absurde Vertriebskonzepte in Berlin

absurde Vertriebskonzepte in Berlin

Wie der Berliner Kurier berichtet, hat ein Internet-Vertriebsportal, dass von Millionen von Euro Investmentgeld in die Welt gehoben wurde, einen Bestattungsverkaufs-Automaten in einem Altenheim aufgestellt. Der Verein Quo Vadis findet das tendenziell befremdlich.  Befremdlich ist daran nicht, dass man im Vorwege über die eigene Bestattung spricht und sie auch regelt, das ist sogar gut, sondern seltsam ist, dass man diese nicht einfache Gespräch nicht durch einen menschlichen Berater machen läßt, die Sprechstunden in Altenheimen abhalten, sondern durch einen Verkaufsautomaten. Hier kommen Sie zu dem Original-Bericht im Berliner Kurier. Wir zitieren aus einer Stellungnahme der evangelischen Kirche:

„Jeder entscheidet für sich, wann und wie er das Thema des Sterbens an sich heranlässt und sollte nicht gedrängt werden. Weil der Umgang mit dem Tod in unserem Alltag ungewohnt ist, ist die Unsicherheit umso größer, wenn uns der Tod wirklich zu Leibe rückt.

Dann sind menschliche Nähe und sensible Gespräche wichtig, in denen Menschen herausfinden, was sie sich wünschen und wie eine Bestattung aussehen kann, die ihren Lebensumständen gerecht wird. Das Nachdenken über Bestattung darf nicht zu einer reinen Computerbedienung werden.

 

Wir sind der Überzeugung, dass eine gute Bestattung – oder Bestattungsvorsorge-  nur dann erreicht werden kann, wenn durch die persönliche Ansprache eines ausgebildeten Bestatters, und nicht durch ein Verkaufsportal, die Bedürfnislage des Vorsorgewilligen erkundet wird und daraus dann ein angepasstes, individuelle Angebot gefertigt wird. Für Bestattungen ist es bedingungsnotwendig, dass ein wahrhaft lebender Mensch die Beratung durchführt, weil wir nicht über Motorleistung eines zu kaufenden Autos sprechen, sondern über Rituale, Gefühle und ggf. neue Erfahrungsräume, die man zusammen mit dem erfahrenen und wissenden Bestatter durchschreiten kann.  Das alles kann ein Verkaufsautomat, von wem auch immer, nicht leisten.

Bildrechte pixbay CC jarmoluk

Posted by Holger Wende in Bestattungskultur
the end

the end

Der Berliner Bestatter Eric Wrede hat ein insight Buch geschrieben über moderne Formen von Bestattungen.  Sein Buch trägt den Titel:

The End – Das Buch vom Tod

Das spannende an dem Menschen ist, dass er aus einer Manager Position in der Musik-Branche zum Bestatter aus Herzensüberzeugung sich gewandelt hat. Sehr spannend an seinem Ansatz ist, dass es ihm wichtig ist, vor dem eigenen Tod sich über die Regelung des Todes im Wege einer Bestattungsvorsorge auseinanderzusetzen und einen Vertrag dazu, der gemeinhin Bestattungsvorsorgevertrag genannt wird, aufzusetzen. Er hat eine Sterbegeldversicherung für 10.000 gezeichnet, weil er zu recht denkt, dass davon nicht nur die Bestattungskosten bezahlt werden müssen, sondern auch noch weiterlaufende Rechnungen, wie sein Mietvertrag. “ Ich möchte niemanden nach meinem Tod zur Last fallen. Da sind dann 10.000 € schnell weg.“

Posted by Holger Wende in Gedanken der Stille
So sterben wir

So sterben wir

Der Autor Roland Schulz hat im Herbst 2018 ein Buch vorgelegt, dass sich mit der Sterbekultur in Europa und Deutschland beschäftigt.  Es gibt drei große Gliederungspunkte:

  1. Sterben -> 58 Seiten
  2. Tod -> 90 Seiten
  3. Trauer -> 41 Seiten

Ganz schön ungewöhnlich solche ungegliederten Besinnungsaufsätze, aber der Autor ist kein Wissenschaftler sondern Journalist. Im ersten Teil wird ausführlich geschildert, wie es um die Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Tod bestellt ist. Viele trauen sich an das Thema nicht ran.  Zur guten Auswahl eines Bestatters schreibt der Autor Schulz auf Seite 27: „  Es ist wie immer im Leben, wenn es wichtig wird. Du suchst dir jemanden, dem du in die Augen blicken kannst und umgekehrt. Du suchst dir jemanden, der sein Geschäft versteht, aber nicht nur das Geschäft allein“.

Über eine Bestattungsvorsorge wirkt dein Wille über den eigenen Tod hinaus. Aber man sollte auch nicht zu viel regeln, bzw. auch noch Entscheidungsspielräume für die Trauernden bieten, weil die Trauerfeier wird nicht für den Verstorbenen primär gemacht, sondern für die Trauernden. (Seite 28).

Sterben entblößt sich, bis auf den Kern, bis allein bleibt, wie du wahrhaftig bist, abseits aller Rollen, ohne jede Maske.  Einige erschreckt das zutiefst. Andere fragen sich, warum ihnen das erst jetzt glückt“(Seite 33)

Wir werden über weitere Details aus dem Buch berichten, wenn eine komplette Zusammenfassung unseres Vereinsmitgliedes vorliegt.

Das Buch ist gebunden und kosten 20 Euro, inklusive eines echten Lesebändchens.

Der Journalist Roland Schulz gehört zu den Edelfedern in Deutschland und schreibt für die ZEIT und für die Süddeutsche Zeitung.

Posted by Holger Wende in Bestattung, Bestattungskultur
Wissenschaftsfestival über den Tod

Am 11.08.2018 fand ein Wissenschaftsfestival in der ehemaligen Landesirrenanstalt in Neustrelitz statt.  Ca. 200 Bestatter und Interessierte sind gekommen, um sich von den vier Fachvorträgen inspirieren zu lassen, sich fortzubilden und den Horizont zu erweitern. Die vier Vorträge wurden aus sehr unterschiedlichen Disziplinen bestückt:

  1. Thanatologie- Thanatopraxi
  2. Plastination - der Sohn des Gründers berichtet
  3. Bestatterwebblog Herr Wilhelmi liest aus seinem Buch
  4. Leichenwagen Treffen
  5. Kriminalbiologie

Für die Bestattungskultur wichtig ist das erste Thema. Organisiert wurde das Festival von Dr Anja Kretschmar , der dafür ein großer Dank gebührt.

Was kann die Thanatologie oder auch Thanatopraxi genannt, und wozu braucht man die Thantologie.

Dozent für das Thema war Herr Vieweg, ein Bestatter aus Rellingen. Der Vortragsraum war gerammelt voll. Alle waren gespannt auf die Ausführungen zum Thema Behandlung von Verstorbenen. Wir stellen ein paar Kerngedanken zusammen:

  1. Thanatogie ist ein Teil einer modernen Versorgung eines Verstorbenen und dient der Trauerkultur.
  2. Insbesondere bei Auslandsüberführungen ist die Thanatologie gesetzlich vorgeschrieben, dass heißt wenn ein Verstorbener ins Ausland per Flugzeug gebracht werden soll
  3. Eine persönliche Abschiednahme ist auch dann möglich, wenn der Verstorbene durch schwerste Verletzungen durch einen Unfall stark entstellt ist.
  4. Mit der Thanatologie können auch Verstorbene, die unglücklich einige Zeit gelegen haben, so weit hergerichtet werden, dass eine angemessene Abschiednahme im offenen Sarg möglich ist.
  5. Eine Abschiednahme ist auch dann möglich, wenn der Verstorbene durch Suizid umgekommen ist und schwerste Verletzungen aufweist.

Herr Vieweg stellte in Bildern dar, wie der Verstorbene vor der Behandlung aussah und wie er nach der Behandlung aussah und ein kräftig-großes Raunen ging durch das Publikum. Zwar waren die Bilder nicht für zarte Gemüter geeignet, aber die meisten Teilnehmer waren Bestatter und Bestatterinnen aus dem ganzen Bundesgebiet.  Ein Zitat ist mir noch im Ohr geblieben:

" Wenn ein Bestatter zu seinem Kunden sagt, eine Abschiednahme am offenen Sarg ist nicht mehr möglich, dann ist das meistens eine Falschaussage". 

Entweder der Bestatter hat selbst keinen Thanatologen und möchte sich den Bestattungsfall möglichst einfach gestalten, oder er weiß nicht wirklich, was die Thanatologie leisten kann.  Dann wurden verschiedene Fallbeispiele vorgeführt, Herr Vieweg nannte das Kasuistik und er war stolz darauf im medizinischen Beritt unterwegs zu sein.

Wiederherstellung Unfallopfer

Einer der Fälle war ein Jungbauer, der auf dem Acker seine Egge reparieren wollte und vorsätzlich den Totmannschalter überbrückt hatte.  Ohne Grund sprang der Motor des Treckers an, die Egge ging sofort mit und riss den Bauern in den Tod. Da sehr viel Kraft in der Acker-Eggge steckt, gab es keine Chance für den Bauern. Der Verstorbene wurde zu dem Bestatter gebracht und die haben in über 100 Arbeitsstunden es geschafft mit den Techniken der Thanatologie den Getöteten so weit zu präsentieren, dass das Dorf noch Abschied nehmen konnte und seine sehr junge Frau mit dem einjährigen Kind.  Wie ich aus Bergedorfer Kreisen erfahren habe, hat dieser Fall auch in der Hospizszene Spuren hinterlassen. Insbesondere ist tragisch an dem Fall, dass die BG - Berufsgenossenschaft, keinen Cent oder Euro bezahlt, weil es sich hier um eine vorsätzliche Manipulation handelt.

Thanatologie bei Suizid

Suizide werden oftmals mit Gewalt gegen den eigenen Körper begangen. Diese Gewalt kann dem Körper schwerste Verletzungen zufügen, die zum beabsichtigten Tod führen. Die Familie, hier in Südafrika, wollte aber noch Abschied nehmen.  Nach einer sehr aufwendigen Rekonstruktion konnte der Verstorbene nach Südafrika geflogen werden und 11 Tage nach dem Tod konnte dort noch am offenen Sarg Abschied genommen werden.

Thanatologie in Hamburg - Thanatopraxis in Hamburg

In Hamburg gibt es ein großes Bestattungshaus, dass über einen Thanatologen und zwei Thanatopraktiker verfügt. Es handelt sich um das GBI Großhamburger Bestattungsinstitut, hier klicken für weitere Informationen.

Plastination

Auch sehr spannend war die Bericht des Sohnes von Gunter van Hagen, der die Entstehung der Plastination in buntesten Farben schilderte. 1977 hat sein Vater, Arzt an der Uniklinik Heilbronn, die Plastination erfunden, zunächst für den wissenschaftlichen Kontext. Nachdem weltweit Ärzte zu Workshops kamen, um die Plastination zu erlernen, hat Dr van Hagen seine Idee eine Aufklärung des Volkes umgesetzt und seine absolut neuartigen und absolut geruchsfreien Plastik-Körper-Leichen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die erste große Ausstellung war tatsächlich in Japan, wo fast 500.000 Menschen die Ausstellung sehen wollten. So wurde eine weitere Firma 1993 gegründet, die noch heute die wirtschaftliche Basis der Plastination darstellt. 70 Mitarbeiter hat das Institut in Guben und, back to the roots, werden die Plastinate im Wesentlichen für Universitäten weltweit hergestellt.  Ein bis zwei Tote kommen pro Tag in das Institut. Das Institut verfügt sogar über einen eigenen Leichenwagen, der die verstorbenen Körperspender bundesweit abholt. Fast 16.000 Spender haben sich schon in die Spenderliste eingetragen. Das Besondere ist, dass im Gegensatz zu den Spenden an die Universitäten von Körpern, die Plastinate extrem haltbar sind und wahrscheinlich die nächsten 500 Jahre überdauern werden. Die Leichen, die nach den Präparierkursen der Medizinstudenten ausgedient haben, werden i.d.R. kremiert und beigesetzt. Die Plastinate werden wohl nie begraben werden. Der Preis für die Wissenschaft. Die Körperspender bekommen übring`s kein Geld für Ihre Körperspende, einzig die Bestattungskosten erspart man sich. Wie van Hagen erklärte, schließt man auch keinen Vertrag ab, sondern nur eine Willenserklärung zur Körperspende. Das Institut behält sich dann vor, ob der ganze Körper plastiniert wird, oder nur Organe. Der Vortragende ist studierter BWLer und leitet nunmehr das Institut für Plastination. Spannender Weise kann man als Laie bei der Präparation am Wochenende dabei sein. Nach vorheriger Anmeldung und Bewerbung versteht sich.

Dr.Anja Kretschmar schreibt auf Ihrer Seite zu dem Festival: Zelten gegen einen kleinen Obulus ab Freitagabend auf dem Gelände möglich! Bei dem Gelände handelt es sich um eine teilweise ruinöse Anlage. Betreten auf eigene Gefahr.Keine sanitären Anlagen vorhanden (nur Dixies), kein fließend Wasser (aber ein See :)).

So wirklich viele Zelten waren nicht aufgebaut, einige Campingwagen und ich würde stark vermuten, dass der eine oder andere auch in seinem Leichenwagen geschlafen hat- ein recht skurriler Zug, aber wenn der Leichenwagen nicht mehr zum Transport von Leichen dient, dann ist gegen die Umnutzung nichts zu sagen.

Ein gewichtiger Mitspieler bei der Veranstaltung war der Verein zur Rettung dieses historischen Gebäudekomplexes, hier die Website.  

Die Landesirrenanstalt ist nur in 4 Jahren gebaut worden und war ein ganz eigene und abgeschlossene Welt für sich. Der Chefarzt mußte die Heirat der Krankenschwestern genehmigen, zumindest in der Kaiserzeit bis 1918 und die Krankenschwestern, als auch die Ärzte mußten zwangsweise in den Häusern am See wohnen. Bei den Schwerkranken mußten die Krankenpfleger und Pflegerinnen auch mit den Patienten zusammen schlafen..... Bis 1946 wurde die Anstalt betrieben und dann haben die Russen das Gelände besetzt und verwohnt, so dass nach deren Abzug 1993 faktisch Ruinen übrig geblieben sind. Ein Investor, der aber kein eigenes Geld auf der Naht hatte, versucht das Gelände zu entwickeln und teurer zu verhökern, was nicht gelang. Ganz im Gegenteil ist ein Gebäudeteil in Flammen aufgegangen, was man in Fachkreisen auch gerne " warmen Abriss" nennt. Brandstiftung ist auch bei Gebäuden ohne Menschen eine schwere Straftat. Nachdem der Investor wohl nicht irre, aber ohne Gewinn von dannen gezogen ist, hat sich ein Verein gebildet mit wissenden Mitgliedern, die unterhaltsam und engagiert die Bestatter in die Geländekultur eingeführt haben.

Gedenkkultur Friedhof auf dem Gelände der Landesirrenanstalt Neustrelitz

Wir Grabungen von Archologen erwiesen haben, birgt der eigene Friedhof der Anstalt über 560 Seelen. Von dem Friedhof ist aber nichts mehr zu sehen.

  1. Die Russen haben in den 46 Jahren ihrer Besatzungszeit auf dem Friedhofsgelände über 3 Meter Erdreich und Schutt abgeladen.
  2. Die Stadt Neustrelitz hat auf dem Gelände einen ganz besonderen Acker geschaffen. Einen Sonnenlicht-Acker. Hunderte von Solarpanelen strecken sich der Sonne entgegen und das Ganze fein eingezäunt durch einen meterhohen Metallzaun.  Der Vereinszweck von Quo Vadis ist, die Gedenkkultur kritisch zu hinterfragen.  In so fern fragt sich, ob man nicht an dem historisch verbürgten Ort ein großes Erinnerungszeichen für die auf dem untergrabenen Friedhof Beerdigten gebaut werden müßte. Jetzt ist der Friedhof an einer ganz anderen Stelle angegeben, der mit dem Liege-Ruheort der Toten nur entfernt was zu tun hat. Die Schaffung eines eigenen Friedhofes hat auch etwas mit Identitätsbildung zu tun. Idealer Weise arbeitete man zeitlebens auf diesem Areal im Nichts - in sicherer Entfernung zur Stadt.

Radio Paradiso aus Berlin:

Posted by Holger Wende in Veranstaltungen
Euch zum Geleit

Euch zum Geleit

Eine gute Freundin hat uns folgende Musikempfehlung übermittelt:  Die Gruppe heißt Schandmaul. Der Titel des bewegenden Songs heißt

Euch zum Geleit

„In eurem Herzen lebe ich weiter – euch zum Geleit“ Wollt ihr mich sehen, so schließt die Augen. Wollt ihr mich hören, so lauscht dem Wind. Wollt ihr mich sehen, so schaut in die Sterne.“

Der Song ist wunderbar für moderne aktuelle Trauerfeiern geeignet.

By the way:  Auf Trauerfeiern kannst du den Bestatter auffordern jedes Lied zu spielen, was du möchtest.   Es gibt diesbezüglich keine Begrenzungen.  Wenn ein Bestatter vorgibt, dass er das Lied xyz nicht spielen kann, so ist das eine falsche Schutzbehauptung. Alle Bestatter die im BdB ( Bundesverband der Bestatter)  organisiert sind, haben eine Abrede mit der GEMA, die es ihnen erlaubt auf Trauerfeiern alle Musik aller Künstler dieser Welt zu spielen.  Deswegen ist es gut einen Qualitäts-Bestatter zu beauftragen, die im BdB Mitglied sind. Ein QualitätsBestatter ist zum Beispiel die Firma Otto Musfeldt in Eidelstedt. . Hier weiterlesen.

Posted by Holger Wende in Gedanken der Stille
Trauerhaltestelle

Trauerhaltestelle

In Hamburg wird eine Trauerhaltestelle gebaut. Das ist ein Projekt des Bundesverbandes der Bestatter in Zusammenarbeit mit zweier Architektinnen. Wir haben die Trauerhaltestelle schon in live auf der Bestatter-Messe in Düsseldorf im Mai 2018 gesehen. Sie ist ein Meditationsort zur Trauer. Schon mal ein guter Ansatz. Ob die Trauerhaltestelle genauso wirkmächtig ist, wie der Skulpturengarten zur Trauer auf dem Wiener Zentralfriedhof muss sich erweisen. Wir werden weiter berichten, wenn die Trauerhaltestelle bis zum Jahresende hoffentlich fertig errichtet ist.

Wir zitieren aus der Internetseite des Kuratorium der Deutschen Bestattungskultur

"Kuratorium Deutsche Bestattungskultur fördert Erinnerungskultur im öffentlichen Raum

In einer sich wandelnden Trauerkultur wächst der Wunsch nach neuen Formen der Trauer und des Gedenkens. Die öffentliche und auch die individuelle Trauer verändern sich und tragen den Entwicklungen einer interkulturellen Gesellschaft Rechnung. „Die Trauerhaltestelle“, konzipiert von den Architektinnen Solveig Schacht und Mareile Höring, ist ein Beispiel für die Umsetzung dieses Gedankens im öffentlichen Raum. Initiiert hat das Projekt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur.

Konfessionsübergreifender Trauerort

Die Trauerhaltestelle ist für den Stadtraum, den Friedhof oder in die freie Natur geeignet. Sie misst ca. 5x9 Meter, spielt mit Lichteinfällen und thematisiert Vergänglichkeit, indem die Trauernden Inschriften hinterlassen können, die witterungsbedingt wieder verschwinden. So bietet die Trauerhaltestelle einen konfessionslosen Ort zum Trauern, Erinnern und Innehalten, in Stille aber auch in Gemeinsamkeit.

In Zeiten einer zunehmenden und fragwürdigen Entsorgungsmentalität versteht sich das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur als Förderin, Hüterin und Begleiterin einer würdigen und auch modernen Zeiten angemessenen Sepulkralkultur. Wie eine Gesellschaft mit Sterben, Tod und Trauer umgeht, spiegelt ihr Menschenbild, ihre Werte und ihr Selbstverständnis. Der Beginn menschlicher Kultur ist dort zu finden, wo Menschen vor Urzeiten begonnen haben, ihre verstorbenen Angehörigen zu bestatten, zu betrauern und nicht einfach auf freiem Felde liegen zu lassen. Abschiedsrituale, Trauerfeiern, Trauermusik und Bestattungszeremonien sind also ein wichtiger Teil unserer Kultur."

Posted by Holger Wende in Gedanken der Stille
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