wie wollen wir sterben?

Der Arzt de Ridder schreibt in seinem klugen Buch über die Sterblichkeit und die Umstände, wie wir den großen Umgang gestalten können.

Das Buch lohnt sich zu lesen, weil der Arzt und Hospizleiter über einen umfangreichen Erfahrungsschatz im Grenzbereich des Lebens verfügt. Insbesondere sollte man eine gute, formgültige und gut erreichbare Patientenverfügung erstellt haben, damit man nicht der Hochleistungsmedizin willenlos ausgeliefert ist. Wenn keine Einschränkungsanweisungen vorliegen, sind die Ärzte verpflichtet das zu machen was geht, und alle intensivmedizinischen Geräte in Aktion zu versetzen, die zur Lebensverlängerung beitragen. Welche Lebensqualität dann noch erreicht werden kann ist im Horizont der Ärzte eine nicht wirklich wichtige Norm.

Das Buch “wie wollen wir sterben?” gibt es noch als Taschenbuch für 15 €, wenn Sie diesem Link folgen, kommen Sie zu Amazon

Hier ein Interview in “GEO” mit dem Autoren de Ridder, link.

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Amazon schreibt über das Buch “wie wollen wir sterben?”

Die Würde des Menschen muss auch bei unheilbar kranken und alten Menschen respektiert werden. Viel zu oft allerdings setzen sich Ärzte über den Willen ihrer Patienten hinweg, tun alles, was medizinisch und technisch möglich ist, und tragen so eher zur qualvollen Sterbeverzögerung als zur sinnvollen Lebensverlängerung bei. Aber Lebensverlängerung, so Michael de Ridder, darf nicht zum Selbstzweck werden. Ein leidenschaftliches Plädoyer für Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende.

Der medizinische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hilft zahllosen Patienten, verschafft Heilung oder zumindest Linderung, rettet und verlängert Leben. Gleichzeitig hat die Hochleistungsmedizin, wie sie in unseren Krankenhäusern praktiziert wird, aber auch ihre Schattenseiten. Michael de Ridder, seit über dreißig Jahren an verschiedenen Kliniken als Internist, Rettungs- und Intensivmediziner tätig, plädiert dafür, Sterben wieder als Teil des Lebens wahrzunehmen und anzuerkennen. Er richtet sich damit nicht zuletzt an die eigene Zunft. Vielfach verstehen sich Ärzte in einer medizinisch-technischen Krankenhauswelt, in der alles möglich scheint, ausschließlich als Heilende. Was aber, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist? Wenn ein Patient »austherapiert« ist, wie es im Fachjargon heißt? Statt Todkranke um jeden Preis am Leben zu erhalten, müssen Mediziner lernen, in aussichtslosen Situationen ein friedliches Sterben zu ermöglichen. Gerade hier, so de Ridder, sind Ärzte gefragt, als Begleiter und Fürsorger.

 

Posted by Holger Wende