Warum Grabsteine wichtig sind

Grabsteine sind die Wegweisung und Kennzeichnung für einen verstorbenen Menschen.

Sie sind Anlaufpunkt für die Trauernden und bergen einen spezifischen, einzigartigen Ort des Verlustes.

Grabsteine sind Zeitzeugen der Geschichte.

Einige Grabsteine sind schützenswerte Kunstwerke.

Grabsteine gibt es schon seit der Antike. Wer in Rom war oder dort hin möchte, sollte dringend auch die Via Appia besuchen, denn an dieser Straße an der Stadtgrenze von Rom sind eine Reihe von Totengedenkmalen geschaffen worden, und es gibt auch verschiedene unterirdische Totenkammern.  Die wichtigsten Katakomben sind  Katakombe San Sebastian, Katakombe der Domitilla und die Calixtus-Katakombe. Der Grund warum die Bestattungen “draußen vor der Stadt” durchgeführt worden sind, liegt in der Verbannung der Friedhöfe aus der verdichteten und hochbesiedelten Millionenstadt Rom, nicht zuletzt auch aus seuchen-hygienischen Gründen. Die reichen Familien haben sich gerne auch oberirdisch schöne Grabmäler geschaffen aus Repräsentationszwecken der Macht.

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Wie man bei Dr. Thieme nachlesen kann, Bestattung zwischen Wunsch und Wirklichkeit -link, hat sich die Kultur der Individualisierung des Totengedenkens erst im 19 Jahrhundert etabliert und im 20. Jahrhundert durchgesetzt. Dr Thieme schreibt auf  Seite 27 ” Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auf großstädtischen Friedhöfen 80 % der Verstorbenen in einheitlichen Reihengräbern ohne namentliche Kennzeichnung bestattet. Bis zu neun Särge stapelte man übereinander.

Wandel der Bestattungskultur

Im 21 Jahrhundert kommt es durch die “anonymen Bestattungen” zu einer Rückwärtswendung, einer Entnamung und Entwürdigung des Totengedenkens. Man fühlt sich leicht an Hegels Kulturtheorie erinnert, die nach der Ausgewogenheitsphase die degenerierte Kultur am Horizont erscheinen lässt. Der Verein Quo Vadis möchte ein gewichtiges Zeichen setzten für die bewußte Erinnerungskultur mit der Würdigung von individuellen Namen, genauer Würdigung  der Persönlichkeit der Verstorbenen. Daher bieten wir auf dem Ohlsdorfer Friedhof Alternativen zu den anonymen Bestattungsfeldern an, die kostenmäßig nicht größer sind und die Grabpflege auf 25 Jahre beinhaltet. Selbstverständlich werden die Namen der Verstorbenen auf den Grabanlagen von Quo Vadis auf Steinstelen verewigt.

Auch Aufgabe des Vereins ist es, dass wir schützenswerte Grabsteine erhalten und in besonderen Schutzorten für zukünftige Generationen bewahren. Aufgrund des Friedhofskonzeptes 2050 können wir nicht davon ausgehen, dass die Grabsteine an den Orten ihrer ursprünglichen Anstammung bleiben können, denn der Friedhof möchte Fläche erzeugen,die nicht mehr von seiner Vergangenheit zeugen.  So werden, im Gegensatz zu früher, jetzt stringent die Grabsteine abgeräumt, deren Laufzeit abgelaufen ist, damit die o.g. Freiflächen entstehen können.

Interessante Grabinschriften können Sie in diesen Büchern finden, link.

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Posted by Holger Wende