Totenruhe

Die Totenruhe ist im Deutschen Strafgesetzbuch unter einen besonderen Schutz gestellt. In § 168 StGB wird unter Strafe gestellt:

§ 168 Störung der Totenruhe

(1) Wer unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten den Körper oder Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen, eine tote Leibesfrucht, Teile einer solchen oder die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt oder wer daran beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Aufbahrungsstätte, Beisetzungsstätte oder öffentliche Totengedenkstätte zerstört oder beschädigt oder wer dort beschimpfenden Unfug verübt.

(3) Der Versuch ist strafbar.

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Der Sinn und Zweck der Norm ist, dass der Leichnam mit einer besonderen Würde geschützt sein muss, weil es sich um einen Menschen gehandelt hat. Außerdem ist es ein Schutz für den Prozess des Übergangs eines Körpers in die Grundbestandteile der Natur. Außerdem werden die Grabstätten geschützt. So ist das Beschmieren und Umwerfen von Grabsteinen nicht nur eine Sachbeschädigung sondern auch in Tateinheit die Störung der Totenruhe. Die Totenruhe ist natürlich völlig unabhängig von der Beisetzungsart. Also gilt der Paragaraph sowohl für Erdbestattungen, als auch für Feuerbestattungen.

Da wir in Deutschland die Friedhofspflicht in allen Bundesländern verankert haben, bezieht sich dieser Paragraph auch auch die Urnen, die alle beigesetzt sein müssen.  Wenn diese Friedhofspflicht der Urnen aufgehoben würde, müsste sich bezüglich des Umgangs mit den Urnen und deren Inhalt eine große Liberaliserungswelle breit machen und  § 168 StGB wäre nur noch sehr restriktiv, eingeschränkt anwendbar.

Bildrechte für beide Bilder pixabay CC karigamb08

Posted by Holger Wende