Montaigne Gedanken zum Tod

Der französische Moralphilosoph Michel de Montaigne, hat im 16. Jahrhundert in Frankreich folgenden Gedanken zum Tod uns hinterlassen:

Wenn (der Tod) erschreckt, wie könnten wir da einen Schritt ohne Schauern gehen? Was tut der gemeine Mann dagegen? Er denkt nicht daran.. aber dann, wenn der Tod kommt….da kümmern sie sich und schreien vor Wut, weil die Verzweiflung sie packt. (Wir) müssen gerade den umgekehrten Weg einschlagen… wir müssen versuchen.. uns an (den Tod) zu gewöhnen, ihn uns in unserer Fantasie immer wieder in den verschiedenen Erscheinungsformen auszumalen.

Auch unsere Wahrnehmung im Verein Quo Vadis ist, dass die Ausgrenzung des Todes nicht nur ein Phänomen ist, dass durch die Jahrhunderte lang wahrnehmbar ist, sondern insbesondere in der heutigen hipp- und fun-Gesellschaft der Tod noch weniger Platz hat und keinerlei Gedanken an den Tod zulässig scheinen. Dabei ist es doch hochsinnvoll sich schon vorher mit dem Tod auseinanderzusetzen, vielleicht über eine Patientenverfügung nachzusinnen, ein Testament aufzusetzen und sogar über eine Bestattungsvorsorge nachzudenken. Wie Montaigne schon sagt: wir sollten uns an den Gedanken des Todes gewöhnen, nicht jeden Tag, aber von Zeit zu Zeit. Wenn alles geregelt ist, sind die finanziellen und formalen Erfordernisse einer Bestattung festgeschrieben.

Nutze den Tag im Angesicht der Endlichkeit des Seins

Die weitere Lebensaufgabe besteht darin, sein Leben so zu Leben, dass man es intensiv genießt, denn wir wissen nicht, wann der Tod in unser Leben, unangekündigt, einfallen kann.  Wir sollten unsere Lebensführung nicht so aufbauen, dass wir damit rechnen 80 oder 90 Jahre alt zu werden, denn rein statistische Zahlen geben uns keinesfalls ein Garantieversprechen, dass auch für uns selbst und unsere Nächsten ein solch biblisches Alter erreicht werden kann. Der Wahlspruch der Mönche, nicht nur in französischen Klöstern, war schon viele Jahrhunderte CARPE DIEM – Nutze den Tag. Insofern sind wir aufgerufen, die Klaviatur des Lebens intensiv zu spielen, denn irgendwann gibt es keinen Klavierhocker mehr, und das Spielen der Welt wird immer schwieriger und irgendwann sind auch die Tasten nicht mehr für uns ergreifbar und die Lebensmelodie kann nicht mehr zum Erklingen gebracht werden.

Bidlrechte: Quo Vadis eV, Hamburg – Verein für die Bestattungskultur

 

Posted by Holger Wende