Leben wir ein ganzes Leben im gleichen Körper?

Eine spannende wissenschaftliche Frage ist, ob wir ein ganzes Leben in dem gleichen Körper leben.

Vordergründig würde man vermuten, dass nachdem die Wachstumsphase mit 21 Jahren abgeschlossen ist, wir mit dem vorhandenen Körper bis zum Lebensende zu tun haben und mit der Ausstattung an Zellen durch das Leben wandeln.  Es gibt ein lange Zeit unwidersprochenes Gerücht, dass der Körper sich alle sieben Jahre häuten würde.

Der Anthroposoph Rudulf Steiner hat vor 100 Jahren die These aufgestellt, dass wir in einem sieben Jahres- Rhythmus verschiedene geistigen Eigenschaften erreichen. Hier können Sie sich tiefer in diese spirituelle Thesen von Steiner vertiefen. Hier klicken.

Der Focus schreibt nun im ersten Quartal 2016, dass sich fast der gesamte Körper runderneuert. Je nach Zellart und Organ erneuern sich die Zellen wochenweise, oder Jahresweise. Selbst das gesamte Skelett wird runderneuert, alle 10 Jahre. Hier der Quellartikel

Allerdings von einer Runderneuerung des Gehirns und der Nervenzellen ist nichts zu lesen.  Prof. Hüther, ein Neurobiologe erzählt in seinen Vorträgen, dass der Mensch aber das vorhandenen Gehirn immer neu auslasten und nutzen kann, in dem er sich neuen Themen zuwendet. Das führt nicht nur zu einer neuronalen Plastizität, sondern auch zu einem jungen Denken, wenn man seinen Geist wach und offen hält. Also können wir unseren Kopf nicht physiologisch runderneuern, aber durch das Denken in neuen Dimensionen wach halten. Das klappt nicht immer, aber je mehr man seinen Kopf anschaltet, um so größer die Chancen, dass man im hohen Lebensalter sein Gehirn noch gut benutzen kann. Im März 2017 ginge folgende Meldung durch das Netz: Ein US-amerikanischer Forscher hat im Alter von 94 Jahren  bei der Entwicklung einer hochinnovativen Batterieform für Elektroautos einen großen Durchbruch geschaffen.  Ein Beweis für die oben angerissene Ableitung vom Nutzen zum Sein.

Mit anderen Worten zusammengefasst kann man wie folgt formulieren:  Der Mensch unterliegt im Köper und im Geist einer ständigen Veränderung und Entwicklung. Selbst das Knochenskelett wird umgebaut und einzelne Zellen ersetzen sich durch neue Zellen. Der Alterungsprozess ist die Übersetzung des Weniger-Tätig-Seins der verschiedensten Zellsystemen, die letztendlich dann zur Endlichkeit führt. Diese ständige Veränderungsbereitschaft des Körpers sollten wir auch für den Geist zulassen. In Trauerphasen haben wir mit einem veränderten Seelenumfeld zu tun und aufgrund unserer Reflektionsfähigkeiten und Denkfähigkeiten sind wir mittelfristig in der Lage damit einen Umgang zu finden. Trauer ist nicht nur Liebe, wie Fritz Roth sagt, sondern Trauer ist auch bedingsnotwendig Veränderungsbereitschaft im Sinne einer offenen Gestaltung des Denkens und Fühlens.

Wie sich das Wesen eines Menschen verändert im Laufe seine Lebens, bleibt dahingestellt. Manche ändern sich gar nicht, manche sehr. Bedingt durch einschneidende Ereignisse oder Naturkastastrophen, oder durch bewusst eingeläutete Veränderungsprozesse.

Bildrechte Wikipedia Von Leonardo da Vinci – Leonardo Da Vinci – Photo from www.lucnix.be. 2007-09-08 (photograph). Photograpy:This image is the work of Luc ViatourPlease credit it with: Luc Viatour / www.Lucnix.be in the immediate vicinity of the image.

Posted by Holger Wende