Forschungsprojekt Uni Marburg

Die DFG, Deutsche- Forschung-Gemeinschaft fördert mit einer nicht unerheblichen Finanzspritze ein Projekt der Uni Marburg, dass die christlichen Perspektiven auf die Baumbestattungen ausloten soll.  In Kirchenkreisen wird gerne das Vorurteil herumgetragen, dass eine Baumbestattung eine Aufweichung der Bestattungskultur sei, quasi so ähnlich zu bewerten sei, wie eine “Anonyme Bestattung”, die es selbstredend zu verurteilen gilt. In sofern hat die Christliche Kirche das gleiche Anliegen, wie unser Verein Quo Vadis.

Hier die Beschreibung des Forschungsprojektes:

Im Zuge der Veränderung der Bestattungskultur in den letzten Jahrzehnten haben sich die Orte der Bestattung aus dem umfriedeten Areal des Friedhofes heraus bewegt. Besonders bekannt und mit großen Steigerungsraten versehen ist die Bestattung im Wurzelgeflecht eines Baumes, wie sie in dafür ausgewiesenen Waldstücken durch die FriedWald GmbH und die RuheForst GmbH (mittlerweile aber auch von zahlreichen kommunalen und privaten Anbietern) angeboten wird. Die Entscheidung für eine Friedwald-Bestattung ist nicht nur pragmatisch motiviert, sondern verbindet sich mit individuellen, durch historisch-kulturelle Perspektiven auf die Natur bestimmten Todesdeutungen. Das Projekt soll durch eine qualitativ-empirische Studie die Einstellung von evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern zu dieser Bestattungsform erheben und diese praktisch-theologisch reflektieren. Dies wird vor allem mittels Interviews mit den Professionellen geschehen, die im Blick auf ihre prägenden Sinnstrukturen rekonstruktiv analysiert werden. Die semantische Analyse von Predigten bei Friedwaldbestattungen, die von den interviewten Personen gehalten wurden, und ihr Vergleich mit den Interviewanalysen sollen zudem die Umsetzung dieser Einstellungen in die theologische öffentliche Rede erhellen. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie in der pastoralen Praxis der evangelischen Kirchen diese Form der Bestattung theologisch verarbeitet wird. Damit bearbeitet das Projekt in einem signifikanten Feld der Kasualpraxis die Herausforderung praktisch-theologischen Denkens und kirchlichen Handelns durch den religionskulturellen Wandel der Spätmoderne.

Verantwortet für das Forschungsprojekt von Frau Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau

http://gepris.dfg.de/gepris/person/1678374

Posted by Holger Wende