Epikur Tod

was denkt Epikur über den Tod?  Das konnte man schon bei Prof Recki lernen:

” Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht (mehr)…

Die Menge freilich flieht bald den Tod als der Ärgste der Übel, bald sucht sie ihn als Erholung vor dem Übel im Leben. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben.

Epikur in Brief an Monoikeus

______________

Leider greift der Gedanken recht eigenzentriert auf das Sein eines Lebens und beschäftigt sich überhaupt nicht mit dem sozialen Umfeld der Menschen, die um den Sterbenden, Toten trauern. Gerade dadurch wird der Tod in seiner ganzen Wirkkraft deutlich – er entreißt Menschen aus einem meistens gut austarierten Sozialgefüge und hinterlässt grauenhafte Leerstellen, die meistens nicht mehr gefüllt werden können.

Für andere Menschen ist die Einsicht in die eigene Endlichkeit ein großer Stachel im Bann des Lebens. Diese sollte aber schnell begreifen, dass ein Leben nur in seiner Überschaubarkeit und Endlichkeit die Würze und Prägnanz enthält, die wir ihm zuschreiben können. Wenn das Leben unendlich wäre und alles wiederholbar wäre, so Prof Birgit Recki in einer Vorlesung an der Uni Hamburg 2015, so wäre die Schönheit und die Einzigkeit des Jetzt-Augenblicks völlig aufgehoben.  Abgesehen davon, dass die Endlichkeit nicht verhandelbar ist, sondern als gegebene Tatsache von allen Lebenszusammenhängen zu akzeptieren ist.

_____

Bildrechte Wikipedia: Von Sting, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=296065

 

Posted by Holger Wende