der Tod aus philosophischer Sicht

Wie haben sich die Philosophen durch die Jahrhunderte mit dem Tod beschäftigt?

Wir zitieren sinngemäß aus der Philosophischen Euzyllopädie H. Sandkühler, Hamburg 2010 Band 3, Seiten 2147 ff

Der Begriff Tod kann unterschiedliche Bedeutungsperspektiven haben. Oftmals wird der Tod auch in der Nähe des Sterbens gesehen, oder der Agonie. Der römische Philosoph Seneca schreibt: “Jeden Tag stirbt er ein Stücken” .  Ein anderer Denker, Simmel, schreibt 1984

” Das Leben steht in einem Gesamtzusammenhang, der auf den Tod angelegt ist.”

“Zuletzt liegt der Tod der menschlichen Person in dieser Welt vor, wenn die Fähigkeit des menschlichen Organismus, als ein Ganzes zu funktionieren, nicht mehr gegeben ist, nicht aber wenn einzelne Teile des Organismus zerstört sind… Der Tod nimmt dem Menschen-Organismus das Vermögen seine Einheit zu bewahren und seine konstitutiven Bestandteile zusammenzuhalten, die ihn zu einem personalen, menschlichen Organismus machen.  Der Tod tötet das innere Universersum der menschlichen Person und übergibt die Bestandteile der physikalischen Welt. Hört der Organismus endgültig auf als Einheit zu funktionieren, verschwindet die Person aus dieser Welt.

(Keine Aussage wird mit dem Satz allerdings über die Seele getroffen, die nach vielen Glaubensrichtungen unsterblich ist und unabhängig von dem Körper existieren kann)

Was die Menschen schon immer bewegt hat ist die Frage nach dem Tod und der Zeit danach, ob eine Unsterblichkeit erreicht werden kann.

Nach Platon ist die Seele mit dem Körper in einem Dualismus verknüpft. Sandkühler schreibt, die Seele sei zwangsweise mit dem Körper zu einer Einheit verbunden. “die Seele ist im Körper eingesperrt und wartet auf ihre Befreiung” Nach Platon wird die Seele nicht vom Tod berührt. Planton hat weit vor der Entstehung der Relgionsgemeinschaft der Christen im antiken Griechenland gelebt und gelehrt.

Albert Magnus schreibt: Wenn man die Seele gemäß ihrer selbst betrachtet, werden wir Platon zustimmen, wenn man sie jedoch gemäß ihrer Form der Beseelung betrachtet, die sie dem Körper verleiht, werden wir Aristoteles zustimmen.”

Seite 2748 Sandkühler Band 3:

Der berühmte Philosoph und Religionslehrer Thomas von Aquin muss sich als tiefschürfender Denker auch mit dem Thema Tod beschäftigen. Er hat die “summa theologica” verfasst, in der fast die gesamte Welt und alle Welt-Phänomene erklärt werden.  Thomas von Aquin führt den Begriff der “substituierenden Form” ein, der Existenz nicht auf dem Stofflichen beruht, die aber” wie alles Seiende eine Komposition aus Existenz und Essenz ist, wobei die eine die andere nicht unbedingt impliziert. Nur die substantielle Form, die wir Gott nennen, ist die Essens mit der Existenz identisch. Diese metaphysische Öffnung ermöglicht es Thomas von Aquin zu seiner Vorstellung von einer an sich fortbestehenden menschlichen Seele zu gelangen, die unabhängig vom Leib existiert, aber keine vollständige Substanz im eigentlichen Sinne darstellt. Um allerdings zu zeigen, dass dieser Gedankengang auf einer gesicherten Grundlage beruht, zeigt er, dass das intellektuelle Prinzip immateriell ist, mit anderen Worten, dass es eine eigenständige, von der Marterie, d.h. vom Leib unabhängige Aktivität gibt.

wird fortgesetzt…Hamburg, den 22.3.2017

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Posted by Holger Wende