Wissenschaftsfestival über den Tod

Wissenschaftsfestival über den Tod

Am 11.08.2018 fand ein Wissenschaftsfestival in der ehemaligen Landesirrenanstalt in Neustrelitz statt.  Ca. 200 Bestatter und Interessierte sind gekommen, um sich von den vier Fachvorträgen inspirieren zu lassen, sich fortzubilden und den Horizont zu erweitern. Die vier Vorträge wurden aus sehr unterschiedlichen Disziplinen bestückt:

  1. Thanatologie- Thanatopraxi
  2. Plastination – der Sohn des Gründers berichtet
  3. Bestatterwebblog Herr Wilhelmi liest aus seinem Buch
  4. Leichenwagen Treffen
  5. Kriminalbiologie

Für die Bestattungskultur wichtig ist das erste Thema. Organisiert wurde das Festival von Dr Anja Kretschmar, der dafür ein großer Dank gebührt, hier die Homepage von Anja.

Was kann die Thanatologie oder auch Thanatopraxi genannt, und wozu braucht man die Thantologie.

Dozent für das Thema war Herr Vieweg, ein Bestatter aus Rellingen. Der Vortragsraum war gerammelt voll. Alle waren gespannt auf die Ausführungen zum Thema Behandlung von Verstorbenen. Wir stellen ein paar Kerngedanken zusammen:

  1. Thanatogie ist ein Teil einer modernen Versorgung eines Verstorbenen und dient der Trauerkultur.
  2. Insbesondere bei Auslandsüberführungen ist die Thanatologie gesetzlich vorgeschrieben, dass heißt wenn ein Verstorbener ins Ausland per Flugzeug gebracht werden soll
  3. Eine persönliche Abschiednahme ist auch dann möglich, wenn der Verstorbene durch schwerste Verletzungen durch einen Unfall stark entstellt ist.
  4. Mit der Thanatologie können auch Verstorbene, die unglücklich einige Zeit gelegen haben, so weit hergerichtet werden, dass eine angemessene Abschiednahme im offenen Sarg möglich ist.
  5. Eine Abschiednahme ist auch dann möglich, wenn der Verstorbene durch Suizid umgekommen ist und schwerste Verletzungen aufweist.

Herr Vieweg stellte in Bildern dar, wie der Verstorbene vor der Behandlung aussah und wie er nach der Behandlung aussah und ein kräftig-großes Raunen ging durch das Publikum. Zwar waren die Bilder nicht für zarte Gemüter geeignet, aber die meisten Teilnehmer waren Bestatter und Bestatterinnen aus dem ganzen Bundesgebiet.  Ein Zitat ist mir noch im Ohr geblieben:

“ Wenn ein Bestatter zu seinem Kunden sagt, eine Abschiednahme am offenen Sarg ist nicht mehr möglich, dann ist das meistens eine Falschaussage“. 

Entweder der Bestatter hat selbst keinen Thanatologen und möchte sich den Bestattungsfall möglichst einfach gestalten, oder er weiß nicht wirklich, was die Thanatologie leisten kann.  Dann wurden verschiedene Fallbeispiele vorgeführt, Herr Vieweg nannte das Kasuistik und er war stolz darauf im medizinischen Beritt unterwegs zu sein.

Wiederherstellung Unfallopfer

Einer der Fälle war ein Jungbauer, der auf dem Acker seine Egge reparieren wollte und vorsätzlich den Totmannschalter überbrückt hatte.  Ohne Grund sprang der Motor des Treckers an, die Egge ging sofort mit und riss den Bauern in den Tod. Da sehr viel Kraft in der Acker-Eggge steckt, gab es keine Chance für den Bauern. Der Verstorbene wurde zu dem Bestatter gebracht und die haben in über 100 Arbeitsstunden es geschafft mit den Techniken der Thanatologie den Getöteten so weit zu präsentieren, dass das Dorf noch Abschied nehmen konnte und seine sehr junge Frau mit dem einjährigen Kind.  Wie ich aus Bergedorfer Kreisen erfahren habe, hat dieser Fall auch in der Hospizszene Spuren hinterlassen. Insbesondere ist tragisch an dem Fall, dass die BG – Berufsgenossenschaft, keinen Cent oder Euro bezahlt, weil es sich hier um eine vorsätzliche Manipulation handelt.

Thanatologie bei Suizid

Suizide werden oftmals mit Gewalt gegen den eigenen Körper begangen. Diese Gewalt kann dem Körper schwerste Verletzungen zufügen, die zum beabsichtigten Tod führen. Die Familie, hier in Südafrika, wollte aber noch Abschied nehmen.  Nach einer sehr aufwendigen Rekonstruktion konnte der Verstorbene nach Südafrika geflogen werden und 11 Tage nach dem Tod konnte dort noch am offenen Sarg Abschied genommen werden.

Thanatologie in Hamburg – Thanatopraxis in Hamburg

In Hamburg gibt es ein großes Bestattungshaus, dass über einen Thanatologen und zwei Thanatopraktiker verfügt. Es handelt sich um das GBI Großhamburger Bestattungsinstitut, hier klicken für weitere Informationen.


Plastination

Auch sehr spannend war die Bericht des Sohnes von Gunter van Hagen, der die Entstehung der Plastination in buntesten Farben schilderte. 1977 hat sein Vater, Arzt an der Uniklinik Heilbronn, die Plastination erfunden, zunächst für den wissenschaftlichen Kontext. Nachdem weltweit Ärzte zu Workshops kamen, um die Plastination zu erlernen, hat Dr van Hagen seine Idee eine Aufklärung des Volkes umgesetzt und seine absolut neuartigen und absolut geruchsfreien Plastik-Körper-Leichen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die erste große Ausstellung war tatsächlich in Japan, wo fast 500.000 Menschen die Ausstellung sehen wollten. So wurde eine weitere Firma 1993 gegründet, die noch heute die wirtschaftliche Basis der Plastination darstellt. 70 Mitarbeiter hat das Institut in Guben und, back to the roots, werden die Plastinate im Wesentlichen für Universitäten weltweit hergestellt.  Ein bis zwei Tote kommen pro Tag in das Institut. Das Institut verfügt sogar über einen eigenen Leichenwagen, der die verstorbenen Körperspender bundesweit abholt. Fast 16.000 Spender haben sich schon in die Spenderliste eingetragen. Das Besondere ist, dass im Gegensatz zu den Spenden an die Universitäten von Körpern, die Plastinate extrem haltbar sind und wahrscheinlich die nächsten 500 Jahre überdauern werden. Die Leichen, die nach den Präparierkursen der Medizinstudenten ausgedient haben, werden i.d.R. kremiert und beigesetzt. Die Plastinate werden wohl nie begraben werden. Der Preis für die Wissenschaft. Die Körperspender bekommen übring`s kein Geld für Ihre Körperspende, einzig die Bestattungskosten erspart man sich. Wie van Hagen erklärte, schließt man auch keinen Vertrag ab, sondern nur eine Willenserklärung zur Körperspende. Das Institut behält sich dann vor, ob der ganze Körper plastiniert wird, oder nur Organe. Der Vortragende ist studierter BWLer und leitet nunmehr das Institut für Plastination. Spannender Weise kann man als Laie bei der Präparation am Wochenende dabei sein. Nach vorheriger Anmeldung und Bewerbung versteht sich.

 

Dr.Anja Kretschmar schreibt auf Ihrer Seite zu dem Festival: Zelten gegen einen kleinen Obulus ab Freitagabend auf dem Gelände möglich! Bei dem Gelände handelt es sich um eine teilweise ruinöse Anlage. Betreten auf eigene Gefahr.Keine sanitären Anlagen vorhanden (nur Dixies), kein fließend Wasser (aber ein See :)).

So wirklich viele Zelten waren nicht aufgebaut, einige Campingwagen und ich würde stark vermuten, dass der eine oder andere auch in seinem Leichenwagen geschlafen hat- ein recht skurriler Zug, aber wenn der Leichenwagen nicht mehr zum Transport von Leichen dient, dann ist gegen die Umnutzung nichts zu sagen.

 

Ein gewichtiger Mitspieler bei der Veranstaltung war der Verein zur Rettung dieses historischen Gebäudekomplexes, hier die Website.  

Die Landesirrenanstalt ist nur in 4 Jahren gebaut worden und war ein ganz eigene und abgeschlossene Welt für sich. Der Chefarzt mußte die Heirat der Krankenschwestern genehmigen, zumindest in der Kaiserzeit bis 1918 und die Krankenschwestern, als auch die Ärzte mußten zwangsweise in den Häusern am See wohnen. Bei den Schwerkranken mußten die Krankenpfleger und Pflegerinnen auch mit den Patienten zusammen schlafen….. Bis 1946 wurde die Anstalt betrieben und dann haben die Russen das Gelände besetzt und verwohnt, so dass nach deren Abzug 1993 faktisch Ruinen übrig geblieben sind. Ein Investor, der aber kein eigenes Geld auf der Naht hatte, versucht das Gelände zu entwickeln und teurer zu verhökern, was nicht gelang. Ganz im Gegenteil ist ein Gebäudeteil in Flammen aufgegangen, was man in Fachkreisen auch gerne “ warmen Abriss“ nennt. Brandstiftung ist auch bei Gebäuden ohne Menschen eine schwere Straftat. Nachdem der Investor wohl nicht irre, aber ohne Gewinn von dannen gezogen ist, hat sich ein Verein gebildet mit wissenden Mitgliedern, die unterhaltsam und engagiert die Bestatter in die Geländekultur eingeführt haben.

Gedenkkultur Friedhof auf dem Gelände der Landesirrenanstalt Neustrelitz

Wir Grabungen von Archologen erwiesen haben, birgt der eigene Friedhof der Anstalt über 560 Seelen. Von dem Friedhof ist aber nichts mehr zu sehen.

  1. Die Russen haben in den 46 Jahren ihrer Besatzungszeit auf dem Friedhofsgelände über 3 Meter Erdreich und Schutt abgeladen.
  2. Die Stadt Neustrelitz hat auf dem Gelände einen ganz besonderen Acker geschaffen. Einen Sonnenlicht-Acker. Hunderte von Solarpanelen strecken sich der Sonne entgegen und das Ganze fein eingezäunt durch einen meterhohen Metallzaun.  Der Vereinszweck von Quo Vadis ist, die Gedenkkultur kritisch zu hinterfragen.  In so fern fragt sich, ob man nicht an dem historisch verbürgten Ort ein großes Erinnerungszeichen für die auf dem untergrabenen Friedhof Beerdigten gebaut werden müßte. Jetzt ist der Friedhof an einer ganz anderen Stelle angegeben, der mit dem Liege-Ruheort der Toten nur entfernt was zu tun hat. Die Schaffung eines eigenen Friedhofes hat auch etwas mit Identitätsbildung zu tun. Idealer Weise arbeitete man zeitlebens auf diesem Areal im Nichts – in sicherer Entfernung zur Stadt.

Radio Paradiso aus Berlin:

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Euch zum Geleit

eine gute Freundin hat uns folgende Musikempfehlung übermittelt:  Die Gruppe heißt Schandmaul. Der Titel des bewegenden Songs heißt

Euch zum Geleit

„In eurem Herzen lebe ich weiter – euch zum Geleit“ Wollt ihr mich sehen, so schließt die Augen.  Wollt ihr mich hören, so lauscht dem Wind. Wollt ihr mich sehen, so schaut in die Sterne.“

Der Song ist wunderbarst für moderne aktuelle Trauerfeiern geeignet.

By the way:  Auf Trauerfeiern kannst du den Bestatter auffordern jedes Lied zu spielen, was du möchtest.   Es gibt diesbezüglich keine Begrenzungen.  Wenn ein Bestatter vorgibt, dass er das Lied xyz nicht spielen kann, so ist das eine falsche Schutzbehauptung. Alle Bestatter die im BdB ( Bundesverband der Bestatter)  organisiert sind, haben eine Abrede mit der GEMA, die es ihnen erlaubt auf Trauerfeiern alle Musik aller Künstler dieser Welt zu spielen.  Deswegen ist es gut einen Qualitäts-Bestatter zu beauftragen, die im BdB Mitglied sind. Ein QualitätsBestatter ist zum Beispiel die Firma Otto Musfeldt in Eidelstedt. Frau Fillmer leitet das Unternehmen und kann auf eine dreijährige  Ausbildung  als Bestattungsfachkraft zurückblicken und bietet Moderne Trauerfeiern an. Hier weiterlesen.

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Trauerhaltestelle

In Hamburg wird eine Trauerhaltestelle gebaut. Das ist ein Projekt des Bundesverbandes der Bestatter in Zusammenarbeit mit zweier Architektinnen. Wir haben die Trauerhaltestelle schon in live auf der Bestatter-Messe in Düsseldorf im Mai 2018 gesehen. Sie ist ein Meditationsort zur Trauer. Schon mal ein guter Ansatz. Ob die Trauerhaltestelle genauso wirkmächtig ist, wie der Skulpturengarten zur Trauer auf dem Wiener Zentralfriedhof muss sich erweisen. Wir werden weiter berichten, wenn die Trauerhaltestelle bis zum Jahresende hoffentlich fertig errichtet ist.

Wir zitieren aus der Internetseite des Kuratorium der Deutschen Bestattungskultur

„Kuratorium Deutsche Bestattungskultur fördert Erinnerungskultur im öffentlichen Raum

In einer sich wandelnden Trauerkultur wächst der Wunsch nach neuen Formen der Trauer und des Gedenkens. Die öffentliche und auch die individuelle Trauer verändern sich und tragen den Entwicklungen einer interkulturellen Gesellschaft Rechnung. „Die Trauerhaltestelle“, konzipiert von den Architektinnen Solveig Schacht und Mareile Höring, ist ein Beispiel für die Umsetzung dieses Gedankens im öffentlichen Raum. Initiiert hat das Projekt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur.

Konfessionsübergreifender Trauerort

Die Trauerhaltestelle ist für den Stadtraum, den Friedhof oder in die freie Natur geeignet. Sie misst ca. 5×9 Meter, spielt mit Lichteinfällen und thematisiert Vergänglichkeit, indem die Trauernden Inschriften hinterlassen können, die witterungsbedingt wieder verschwinden. So bietet die Trauerhaltestelle einen konfessionslosen Ort zum Trauern, Erinnern und Innehalten, in Stille aber auch in Gemeinsamkeit.

In Zeiten einer zunehmenden und fragwürdigen Entsorgungsmentalität versteht sich das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur als Förderin, Hüterin und Begleiterin einer würdigen und auch modernen Zeiten angemessenen Sepulkralkultur. Wie eine Gesellschaft mit Sterben, Tod und Trauer umgeht, spiegelt ihr Menschenbild, ihre Werte und ihr Selbstverständnis. Der Beginn menschlicher Kultur ist dort zu finden, wo Menschen vor Urzeiten begonnen haben, ihre verstorbenen Angehörigen zu bestatten, zu betrauern und nicht einfach auf freiem Felde liegen zu lassen. Abschiedsrituale, Trauerfeiern, Trauermusik und Bestattungszeremonien sind also ein wichtiger Teil unserer Kultur.“

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Skulpturen

Skulpturen

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weltgrößte Bestattermesse

weltgrößte Bestattermesse

An Himmelfahrt 2018 eröffnet in Düsseldorf die weltgrößte Bestattermesse BEFA. 210 Aussteller sollen kommen. Im Verband BdB sind rund 4000 Bestattungsunternehmen regisiert. Man erwartet in den drei Tagen knapp 10.000 Gäste. Der Umsatz in der Bestatterbranche liege bei 2.ooo.ooo.oooo € = 2 Millarden Euro. Bekannter Maßen ist Umsatz auch nicht Gewinn. Bestatten kann qualitätvoll durchgeführt werden oder qualitätsfrei als Billigbestattung.

Die Billigeinkäufer verzichten auf Trauerfeier, auf Grabstein und Leichenschmaus.

Auch werden immer mehr Themengrabfelder mit inkludierter Grabpflege gekauft und weniger Einzelgräber. Außerdem sind die noch günstiger.

Wir werden morgen in Düsseldorf mal vorbeischauen und von neuesten Trends in der Bestattungsbranche berichten.

Posted by Wende in Bestattung

Diebe auf Friedhöfen

Auch wenn man es kaum glaubt und es nur als widerlich bezeichnen kann:

Friedhöfe werden von Dieben ausgenutzt, um Beute zu machen.

Deswegen hübsch aufpassen. Wenn Sie auf den Friedhof gehen, nur mit wenig Bargeld und möglichst keinen Geldkarten.

Das Auto ist kein gutes Versteck bei Friedhofsbesuchen

Wenn auch vermeindlich klug gedacht: Das verstecken von Handtaschen unter dem Autositz hat sich in Diebeskreisen inzwischen auch rumgesprochen. Also keine gute Idee.

Wie reagiere ich, wenn ich auf dem Friedhof überfallen werde?

Wenn ein Räuber vor Ihnen steht und Geld haben will, so geben Sie ihm den 10 € Schein und sagen, dass sie mehr Geld leider nicht dabei hätten. Vielleicht will er noch das Smartphone, so sollte man sich nicht wehren und darauf vertrauen, dass er im Anschluß wegrennt.

Die Polizei findet Raub übrings gar nicht lustig und setzt dann schon nach um den Räuber zu ergreifen. Raub ist ein Verbrechen im Sinne des Strafgesetzbuches. Es gibt zumindest beim Ohlsdorfer Friedhof diverse Polizei-Notrufsäulen. Hier braucht man kein Smartphone um Hilfe zu rufen.  Oder Sie halten einfach den nächsten Autofahrer an und bitten die Polizei anzurufen.

Personal auf den Friedhöfen

Das Personal auf den Friedhöfen ist stark dezimiert worden.  In Notfällen kann man natürlich bei den diversen Friedhofsgärtnern klingeln, oder bei den Kapellen-Wärtern. Leider ist es auf dem Ohlsdorfer Friedhof so, dass die Kapellen-Wärter verschiedene Kapellen zu betreuen haben und nicht immer vor Ort sind. Außerdem sind verschiedene Kapellen auch ganz geschlossen, ohne das der Laie das erkennen kann.

Posted by Wende in Bestattung

Katakomben Paris als Kino

Die Pariser Katakomben sind sagenumwoben. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ geschrieben hat im April 2018, wurde neben den unterirdischen Leichenkammern in Paris ein illegales Untergrund-Kino entdeckt. Hier können Sie den Original-Beitrag aufklicken.

Zitat Süddeutsche Zeitung: „Das mittlerweile zur Touristenattraktion avancierte Mausoleum entstand aus der Not: Paris liegt zu großen Teilen über ehemaligen Steinbrüchen, in denen der weiße Kalkstein für die typischen Pariser Häuser seit jeher abgebaut wurde. 1772 sackten erste Straßenzüge ab, die unterirdischen, meist nicht kartografierten Gewölbe hielten dem Gebäudedruck nicht mehr stand. Zudem waren durch die schneller wachsende Bevölkerung alle Friedhöfe zum Bersten voll. So drückten die Leichenmassen im Cimetière des Innocents im 1. Arrondissement eine anliegende Kellermauer ein. Etwa zwei Millionen Verstorbene waren dort begraben.“

Die Lösung der überfüllten Friedhöfe war, dass man diese auflöste und 6 Millionen Knochen in den Katakomben Untergrund verbannte.  Touristen finden diesen Ort immer noch spannend.  Bekanntlicher weise werden die Knochen auch die nächsten 1000 Jahre dort verbleiben, weil sie den Vergänglichkeitsprozessen nicht unterworfen sind.

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Röse Themengrabstätte

Röse Themengrabstätte

Die Röse ist ein Steinhügel-Grab, dass vor allen Dingen in nordischen Ländern, wie Dänemark verbreitet ist. Selbstverständlich  könnte man eine Röse als Bestattungs-Form auf einem Friedhof des 21. Jahrunderts auch neu gründen. Zumindest haben wir innerhalb des Vereins Quo Vadis eV darüber nachgedacht bei der Besprechung mit einem Steinmetz. Es wurde eingehend diskutiert, wie die Stelen für die neuen Quo Vadis Anlagen aussehen könnten.  Wir haben uns dann aber geeinigt, um die Homogenität und Einheit der Grabstätte fortzuführen, dass wir für die Namens-Stelen weiter die mächtigen Granitsteine nehmen.

Quo Vadis im April 2018

 

Wikipedia schreibt zum Thema

Röse als Begräbniss-Stätte aus historischer normannischer Sicht:

Die Röse (Plur. Röser, dänisch Gravrøserschwedisch Gravröser oder Rojnorwegisch Gravrøyser oder Åsrøysene) ist ein Steinhügelgrab der nordischen Bronze-Eisen- und Wikingerzeit. Die in der Regel runden, selten ovalen und quadratischen oder sehr selten schiffsförmigen Hügel enthielten in Schweden und Dänemark zumeist Steinkisten und wurden für Nachbestattungen teilweise erweitert und erhöht. Ihre heute oft nicht mehr vorhandenen Einfassungen aus Randsteinen bestanden aus Steinblöcken oder Trockenmauerwerk.

Bildrechte Von Jürgen Howaldt – Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=353324

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Weltreisebestattung

Ein Berliner Vermittlungsportal für Bestattungen hat eine neue Art erfunden, wie man den Menschen das Geld aus der Tasche ziehen kann:

Die Weltreisebestattung

Die Idee ist die Totenasche um die Erde reisen zu lassen und an den Orten, die vorher festgelegt worden sind, jeweils Bilder mit der Totenasche zu machen. Dazu gibt es verschiedene Stationen der Weltreise.

Aus DEUTSCHER juristischer Sicht handelt sich um einen Verstoß gegen das Strafrecht:  Störung der Totenruhe, § 168 StGB iVm mit der Beisetzungspflicht, die in vielen Bundesländern in den jeweiligen Bestattungsgesetzen auf eine Woche oder sogar nur Tage festgelegt ist.

§ 168 STGB Störung der Totenruhe

(1) Wer unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten den Körper oder Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen, eine tote Leibesfrucht, Teile einer solchen oder die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt oder wer daran beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Aufbahrungsstätte, Beisetzungsstätte oder öffentliche Totengedenkstätte zerstört oder beschädigt oder wer dort beschimpfenden Unfug verübt.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Die Anbieter schreiben auf ihrer Webseite:

„Die Weltreise-Bestattung ist ab 3.700 EUR (inkl. MwSt., zzgl. Beisetzungsgebühren) buchbar. Der Preis einer Weltreise-Bestattung berechnet sich aus der Anzahl der Reiseziele und deren Entfernung. Sowohl die Umsetzbarkeit als auch der Preis werden abhängig von den Reisezielen geprüft und anschließend transparent kommuniziert.“

Das tolle an dem Angebot ist, dass nach der Weltreise die Urne in Deutschland selbstverständlich noch beisetzungspflichtig ist, dass heißt nochmals weit mehr als 1000 € kommen an Friedhofsgebühren noch dazu…

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neuer Vorstand Friedhofs-Förder-Verein Ohlsdorf

Der Friedhofs-Förder-Verein hat in seiner Mitgliederversammlung am 11.03.2018 einen neuen ersten Vorstandsvorsitzenden gewählt. Es wurde der Architekt und Steinmetz Michael Karbenk gewählt. Der Friedhofs-Förderverein kümmert sich um die Weiterführung der Bestattungs-Kultur, Erhalt von Grabsteinen, bzw. Renovierung und die Trauerkultur auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Der Verein führt im Jahr weit über 150 Führungen durch, die meistens von privaten Reisegruppen gebucht werden. Öffentliche Führungen sind daher aus Kapazitätsgründen begrenzt.

Führungen für den Ohlsdorfer Friedhof buchen

Jederzeit kann man mit seiner eigenen Reisegruppe aber nach einem Friedhofsführer fragen und es wird einer aus dem Team ausgewählt.

Hier die Kontaktdaten dieses ehrenwerten Vereins.

Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.
Fuhlsbüttler Strasse 756, 22337 Hamburg
Telefon: 040 / 50 05 33 87 | E-Mail: info@fof-ohlsdorf.de

Posted by Wende in Trauerbegleitung