Bestattungsmuseum Wien

In Österreich, genauer in Wien, gibt es schon einige Jahrzehnte ein hochinteressantes Bestattungsmuseum, dass am alten Standort in den Räumen von “Bestattungen Wien”, dem staatlichen Bestatter in Wien, seine Schauräume hatte. 2014 wurde der Umzug zum Wiener Zentralfriedhof vollzogen.  Der Vorteil liegt in den neu gestalteten Räumen mit 30Quadratmeter für 25Ausstellungsstücke, die in 3Stationen gegliedert dargestellt werden.  Neu sind auch die 13 Monitorwände, auf denen Filme gezeigt werden, die die Wiener Bestattungskultur dokumentieren. Auch die Kuratoren des Museums  wurden anlässlich des Umzuges ausgewechselt.  

Zentralfriedhof Wien

Der Wiener Zentralfriedhof ist für jeden Wien-Reisenden ein wichtiger Anlaufpunkt. Insbesondere die zentrale Feierhalle mit dem blauen Dach und den dort schillernden goldenen Sternen. Das Bestattungsmuseum wirft ein helles Licht auf die langjährige Tradition der Bestattungen in Wien. Die “schöne Leich” – ist ein geflügeltes Wort in der Stadt an der Donau. Dass die Wiener den Saus und Braus um die verschwenderischen Bestattungszüge zu den Friedhöfen und die Trauerfeiern ein außerordentliches Maß erreicht haben, zeigt eine kaiserliche Verordnung von vor 200 Jahren, dass die Wiener per ordre de mufti, sprich kaiserlichen Erlass zwingen wollte, mit Demut und keinem finanziellem Aufwand die Bestattung durchzuführen. So wurde der wiederverwendbare Klappsarg erfunden. Dieser Klappsarg aus dem Jahre 1784  ist in der Ausstellung perfekt präsentiert.  Die Wiener ließen sich aber nicht lange Vorschriften machen, welchen Sarg sie zu nehmen hätten und ignorierten einfach die Anordnung und feierten die nächsten Jahrhunderte weiter die Bestattung als pompöse gesellschaftliche Veranstaltung.   Die Bauten auf dem Wiener Zentralfriedhof, der 1874 eröffnet wurde, glänzen nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch die wundervollen Gebäude, die im Wiener Jugendstil erbaut worden sind.

Hier kommen Sie zu der Webseite des Bestattungsmuseums in Wien, link. Adresse:

Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof

Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien; Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.00 – 16.30 Uhr,

von 1. März bis 2. November auch Samstag 10.00 – 17.30 Uhr

Im 21 Jahrhundert sind die prachtvollen Feiern und Leichenzüge durch die Stadt drastisch zurückgegangen, so wie in Hamburg und Europa die Kultur der Bestattung mit einer deutlichen Talfahrt zu beschreiben wäre – frei nach dem Motto: Unter dem Muff von 1000 Jahren….. werden die Bestattungsgewohnheiten in Hamburg auch immer einfacher, sinnentleerten und unpersönlicher. Seit 1970 kann man in Hamburg eine Anonyme Bestatttung  beauftragen und seit knapp 20 Jahren ist der Anteil der anonaymen Bestattungen auf den Hamburger Friedhöfen, den staatlichen bei 30 % angekommen. Der Verein Quo Vadis möchtet dagegen ein Zeichen setzen und bietet Ihnen eine gute Alternative an.

Heut finden Sie das Bestattungsmuseum im Keller einer Aufbahrungshalle. Wir zitieren von der Webseite des Bestattungsmuseums Wien:

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Museumslocation: Aufbahrungshalle 2
Aufbahrungshalle 2, Wiener Zentralfriedhof

Das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof befindet sich im Untergeschoß der Aufbahrungshalle 2 – der ehemaligen Leichenhalle für „Infektiöse“.  Sie liegt 100 Meter vom Friedhofs-Haupteingang entfernt auf der rechten Seite.

Entworfen wurde die erstmals 1907 benützte Halle 2 von Max Hegele. Vom 27-jährigen Architekten kamen auch die Entwürfe für das Friedhofsportal, die Kirche auf dem Wiener Zentralfriedhof und die Aufbahrungshalle 1.

Weil Hausaufbahrungen zurückgingen, wurde die Halle in den 1930er-Jahren umgebaut. Zwei große und sechs kleinere Aufbahrungskojen sowie eine Einsegnungskapelle sollten “Leichenfeierlichkeiten […] in einer viel würdigeren Form“ erlauben, nun auch für „nicht infektiöse Leichen“.

Ab 1938 war die Halle für konfessionslose Trauerfeiern reserviert. Ein Umbau für „ausschließlich gottgläubige Begräbnisse“ wurde überlegt – das Gebäude aber wenig später von Bombentreffern des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt.

Von der Leichenhalle für Infektiöse zur Aufbahrungshalle für Prominente

Erst in den 1960er-Jahren konnten die Kriegsschäden behoben werden. Im Zuge dessen wurde die Aufbahrungshalle 2 grundlegend umgestaltet: zu einem einzigen großen Raum, um „Trauerfeiern besonderen Gepräges“ möglich zu machen. Architekt Erich Boltenstern kleidete ihn mit weißem Marmor aus. Die Mosaik-Wandnische mit Christus am Kreuz von Hans Robert Pippal kann bei nicht christlichen Trauerfeiern mit einer Schiebewand verschlossen wird.

800 Trauergästen finden in der Halle 2 Platz, die hauptsächlich für prominente Trauerfeiern genützt wird. Von Curd Jürgens (1982) und Helmut Qualtinger (1986) konnte man sich dort ebenso verabschieden wie von Falco (1998), Peter Alexander (2011) und dem Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, Rudolf Sarközi (2016).

2014 wurde im Untergeschoß der Aufbahrungshalle 2 das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof eingerichtet. Bis dahin hatte die Ebene als Materialdepot gedient. Auch der Zugang zum Museum – Eingangstür, Treppe und hinunter führende Rampe – hatte zuvor nicht bestanden.

aktuelle Ausstellung in Wien im Bestattungsmuseum:

Das Unternehmen Bestattungen Wien möchte die Bestattungskultur fördern, indem sie jungen Künstlern die Chance eröffnet mit ihren Designerstücken für Särge und Urnen die Bestattungskultur im 21. Jahrhundert fortzuentwickeln. Hier der Titel der Ausstellung die bis Mitte März 2017 läuft:

Accessoire Funéraire. Kunst der Bestattung

Sonderausstellung
15. September 2016 bis 18. März 2017
Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof
In seiner zweiten Sonderausstellung „Accessoire Funéraire. Kunst der Bestattung“ zeigt das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof ein Dutzend von jungen Künstlern und Künstlerinnen gestaltete Särge und Urnen.  Die Objekte waren erstmals im Vorjahr zu sehen: im Rahmen eines Trauerzugs vom Michaelerplatz zum Stephansdom, wo die junge Kunst aufgebahrt und von Dompfarrer Toni Faber „eingesegnet“ wurde. Das Video zum Event ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

Posted by Holger Wende