absurde Vertriebskonzepte in Berlin

Wie der Berliner Kurier berichtet, hat ein Internet-Vertriebsportal, dass von Millionen von Euro Investmentgeld in die Welt gehoben wurde, einen Bestattungsverkaufs-Automaten in einem Altenheim aufgestellt. Der Verein Quo Vadis findet das tendenziell befremdlich.  Befremdlich ist daran nicht, dass man im Vorwege über die eigene Bestattung spricht und sie auch regelt, das ist sogar gut, sondern seltsam ist, dass man diese nicht einfache Gespräch nicht durch einen menschlichen Berater machen läßt, die Sprechstunden in Altenheimen abhalten, sondern durch einen Verkaufsautomaten. Hier kommen Sie zu dem Original-Bericht im Berliner Kurier. Wir zitieren aus einer Stellungnahme der evangelischen Kirche:

„Jeder entscheidet für sich, wann und wie er das Thema des Sterbens an sich heranlässt und sollte nicht gedrängt werden. Weil der Umgang mit dem Tod in unserem Alltag ungewohnt ist, ist die Unsicherheit umso größer, wenn uns der Tod wirklich zu Leibe rückt.

Dann sind menschliche Nähe und sensible Gespräche wichtig, in denen Menschen herausfinden, was sie sich wünschen und wie eine Bestattung aussehen kann, die ihren Lebensumständen gerecht wird. Das Nachdenken über Bestattung darf nicht zu einer reinen Computerbedienung werden.

 

Wir sind der Überzeugung, dass eine gute Bestattung – oder Bestattungsvorsorge-  nur dann erreicht werden kann, wenn durch die persönliche Ansprache eines ausgebildeten Bestatters, und nicht durch ein Verkaufsportal, die Bedürfnislage des Vorsorgewilligen erkundet wird und daraus dann ein angepasstes, individuelle Angebot gefertigt wird. Für Bestattungen ist es bedingungsnotwendig, dass ein wahrhaft lebender Mensch die Beratung durchführt, weil wir nicht über Motorleistung eines zu kaufenden Autos sprechen, sondern über Rituale, Gefühle und ggf. neue Erfahrungsräume, die man zusammen mit dem erfahrenen und wissenden Bestatter durchschreiten kann.  Das alles kann ein Verkaufsautomat, von wem auch immer, nicht leisten.

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Posted by Holger Wende