Monat: Mai 2017

Friedhof Moorfleet

Friedhof Moorfleet

Der Friedhof Moorfleet grenzt direkt an die jahrhundertealte Kirche von Moorfleet an. So wie es früher üblich war, dass um die Kirche der Friedhof angelegt war.  Heute wird dieser Rest eines Dorf gefangen gehalten von der Autobahn südlich im Rücken und im Norden von den Ausläufern des industriellen Hafgengebiets. Immerhin die Kirche ist wunderschön und der Friedhof ist von den Bewohnern dort sehr geschätzt. Besonders überrascht waren wir von einem tönenden Grab, dass vermeindliche Orgeltöne von sich gab, wenn man sich dem Grab näherte. Mai 2017

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Lebensintensität

Im ZEIT Magazin vom 18. Mai 2017 wird die Schauspielerin Katherine Waterstan interviewt.

„Ich fühle mich verpflichtet, mein Leben auch für meine verstorbenen Freunde zu leben“

Ein ganz spannender Gedanke, der auf den eigenen Lebenszuschnitt hinweist und in welchem Lichte man sein Leben führen könnte und sollte. Waterstan berichtet von Freunden, die sehr früh gehen mußten. “ Der schlimmste reale Albtraum meines Lebens war der Verlust einiger enger Freunde, als ich noch sehr jung war… der Verlust schmerzt mich noch heute zu sehr. Freunde so jung zu verliegen war für mich etwas ganz anderes, als zum Beispiel der Tod meiner Großeltern zu erleben.“

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Wandel der Gedenkkultur

Wandel der Gedenkkultur

Die Gedenkkultur im 21. Jahrhundert wird individueller

Dieses wunderschöne Erinnerungszeichen an das Hobby oder Beruf des Verstorbenen haben wir im Mai 2017 auf dem Ohlsdorfer Friedhof fotografieren können. Es zeigt, dass die anonymisierte Schlichtheit von Blumen, Grabstein und Grab aufgebrochen wird hin zu einer menschlichen, individuellen Andenkenskultur. Wir vermuten, dass es solche Bestrebungen schon viele Jahrzehnte vorher gegeben haben könnte, aber die Friedhofsgärtner und Friedhofsverwalter sich auf ihre puritanische, regide Friedhofssatzung zurückgezogen haben und solche Erinnerungszeichen einfach weggeräumt haben. Heute, 2017, ist die Liberalität auf den Friedhöfen deutlich größer geworden.

Wenn der Friedhof qua Satzungszweck die Aufgabe hat, Verstorbene zu bestatten und einen guten Ort für die Trauerkultur zu stellen, so ist es aus einem Dienstleistungsverständnis heraus doch folgerichtig, dass der schöne Grundsatz gelten könnte: „erlaubt ist, was gefällt“.

Wir glauben, dass kein Friedhofsverwalter da mit gehen würde, mit diesem o.g. Diktum, weil sie dann immer krasse, exaltierte Wünsche und Darstellungen von Kunden auf den Argumentationstisch werfen.

Vergleichsmaßstab Wiener Zentralfriedhof

Die Entscheider über das Friedhofswesen sollten alle nach Wien zum Zentralfriedhof fliegen und sich das Grabmal des Bildhauers Alfred Hrdlicka anschauen und dann feststellen, dass die Moral, Sittenkultur auf dem Wiener Zentralfriedhof auch bei solchen Grabskulpturen nicht mehr einen Niedergang erfahren hat, als im 21 Jahrhundert durch den ständigen Werteverfall eh schon zu verzeichnen ist.

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mit den Toten reden

In einem sehr dicht geschriebenen Artikel hat das Hamburger Abendblatt eine wunderschöne Geschichte aufgeschrieben.

Hier der link zum „Hamburger Abendblatt“.

Die Geschichte beschreibt eine kleine Familientragödie.  Vor über 40 Jahren entstand ein Kind aus einer Affäre, die ein sehr alter anderweitiger Familienvater mit einer jungen hübschen Frau anfing. Der daraus entstandene Sohn ist nun selbst Vater und wollte über seinen Vater näheres wissen.  Seine Mutter, die seit über 25 Jahren im Sanatorium lebt, hatte nach dem Tod der Affaire alle Erinnerungen und Aufzeichnungen vernichtet – verständlich und gleichzeitig unverständlich. Über die Friedhofsverwaltung des Ohlsdorfer Friedhofes fand der verloren Sohn das Grab seines Vaters und schrieb einen Brief, nicht an den Vater, sondern an xyz, der sich so sorgsam um das Grab kümmerte.  Und siehe da, irgendwann kam ein Anruf des Bruders des verstorbenen Vaters zustande.  Eine schöne Geschichte, ein bisschen herzerwärmend und gleichzeitig aufzeigend, dass Seelenkleider nicht nur zeitweise zerissen werden können, sondern auch lebenslang. Beziehungsgefüge sind kein Kinderspiel, sondern verantwortungsbergende Zusammenschlüsse, die in Verantwortung der Gegenseitigkeit eingegangen werden sollten, wenn beide Seiten damit einverstanden sind. Wenn eine Seite die Benachteiligte ist, kann das Seelenschloss eine dramatische Schieflage erleiden.

Posted by Wende in Trauerbegleitung
Blütenmeer Ohlsdorfer Friedhof

Blütenmeer Ohlsdorfer Friedhof

Der Ohlsdorfer Friedhof ist gerade im Mai in ein prachtvolles Blütenmeer getaucht. Es lohnt sich genau jetzt dort einzutauchen und sich von den Farben berauschen zu lassen. Millionen von Blüten stehen in voller Pracht bereit in die Welt zu leuchten.

Der Ohlsdorfer Friedhof ist bekannt für die vielen tausend Rhododendren. Alle blühen jetzt im Mai, bzw. Anfang Juni. Wir zitieren aus dem Wikipedia-Eintrag zu diesen schönen Wunderpflanzen. Der unten genannte Carl von Linne  ist auch gleichzeitig einer der wichtigsten Friedhofsdirektoren auf dem Ohlsdorfer Friedhof gewesen und hat auf dem Ohlsdorfer Friedhof den sogenannten Linne-Teil geschaffen.

Die Rhododendren (Singular: der Rhododendron, laut Duden auch das Rhododendron) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Der Name Rhododendron, griechisch für „Rosenbaum“, wurde bis ins 17. Jahrhundert für den Oleander gebraucht und erst von Carl von Linné auf die Alpenrose übertragen. Es ist mit etwa 1000 Arten eine große Gattung. Es gibt eine Vielzahl von Sortengruppen und eine fast unüberschaubare Zahl von Sorten, teils sind es Hybriden, teilweise aber nur vegetativ vermehrbare Ausleseformen (sogenannte Sports).

Das Verbreitungsgebiet reicht von der Meeresküste bis ins Hochgebirge (in Tibet bis über 5500 Meter), vom tropischen Regenwald bis in die subpolare Tundra (zum Beispiel Rhododendron lapponicum und Rhododendron camtschaticum). Dementsprechend unterschiedlich sind die Arten und ihre Ansprüche.

Bildrechte Institut für Lebenskunde, Hamburg, link.

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