death cafe Hamburg

death cafe Hamburg

Die Initiatoren des death cafes in Hamburg  Netzwerks Trauerkultur waren gestern Gastgeber ihres zweiten death cafes. Sehr spannende Gedanken wurden getauscht. Ob man sich mit einem Bestattungsvorsorgevertrag versehen sollte, ob man eine playlist seiner Lieblingssongs beim Bestatter oder bei der Famlie speichern sollte, ober ob man der Familie den Zugangscode für sein Smartphone geben sollte.

Viele, viele Fragen trieben die knapp 20 Teilnehmerinnen des „Todes-Cafes“ um. Nach drei Stunden löste sich die sehr angeregte, mitteljunge Gesellschaft langsam auf.  Sehr interessant auch die beiden Bestatterinnen, die sich über die fehlende Moral und Anstand der Trauergäste beschwerten, die sich bei Trauerfeiern über Kündigungen von Versicherungen auf dem Weg zum Grab unterhielten und die neuesten TV-Shows, anstatt sich mit Langmut und intensiver Ruhe dem letzten Geleit zur Grabstelle widmen würden. Aber schon kam Gegenfeuer von einem jungen Musikproduzenten mit hipper Mütze auf, der meinte, dass es sich doch um eine Ohnmachtshandlung handeln könnte, weil man sich in Worte retten wollten, anstatt sich dem eigenen Schmerz zu widmen. So versuchte er um Verständnis zu werben. Er nannte das ganze Übersprungshandlung. Eine Begrifflichkeit aus der Biologie, die eine logisch nicht ableitbare Handlungsweise von Tieren beschreibt, die aus einer psychischen Stress-Situation, sprich Überforderungssituation entstanden ist.

Da der Tod immer mehr ausgegrenzt wird, und unsere Erfahrungshorizonte in Bezug auf Trauer und Bestattungen immer weiter schrumpfen, weil wir immer später mit dem Tod in Berührung kommen, ist es vielleicht verständlich bis nachvollziehbar, dass zumindest die Konventionen des Friedhofes und der angrenzenden Orte vergessen worden sind.

Auch wichtiger Teil der getauschten Gedanken war die Position, dass man eine Trauerfeier in den gewohnten Bahnen und konventionellen Schienen auf gar keinen Fall wollte. Jede Trauerfeier kann individuell gestaltet werden, erzählte der Vertreter des GBI, vom Boxring, bis zu E-Gitarre, die bei den Trauerfeiern aufgefahren werden können und so ganz ernstlich und tiefgründig den authentischen Lebensbezügen des Verstorbenen aller bestens Rechnung getragen werden kann.

Hier die website der Veranstalterinnen. http://www.netzwerk-trauerkultur.de/

Das nächste DEATH CAFE findet statt am 11.05.2017 um 19 Uhr im Cafe Sein im Haus 3, Hospitalstr 107, 22767 Hamburg

Bildrechte pixabay CC LoboStudioHamburg