Amtsbestattung

Amtsbestattungen werden von der Behörde veranlasst, wenn kein Bestattungspflichtiger aufzufinden ist.

In Hamburg werden ca 800 Menschen in Öjendorf auf dem dortigen Friedhof von der Stadt Hamburg beigesetzt, weil die Verstorbenen keine Angehörigen haben, die in die Pflicht genommen werden könnten die Bestattungskosten zu zahlen. Laut dem Hamburger Bestattungsgesetz haben die nächsten Angehörigen die Kosten einer Bestattung zu tragen. Diese Kostentragungspflicht besteht ganz unabhängig vom Beziehungsstatus zum Verstorbenen. So muss auch der Sohn für seinen Vater die Bestattung bezahlen, wenn er diesen seit Kindertagen nicht mehr gesehen hat. Wenn nun aber keine Angehörigen, genauer Familienangehörigen zu finden sind, und sich auch kein freiwilliger Freundeskreis findet, oder eine Gemeinde, die die Kosten übernehmen will, dann gibt es theoretisch keinen Auftraggeber für die Bestattung, die dennoch immer notwendig ist. In diesem Fall wird die Stadt Hamburg, genauer die Umweltbehörde, zum Auftraggeber und zwar nicht an einen privaten Bestatter, sondern an seine staatliche Uuntergliederung – die Friedhöfe Hamburg Anstalt öffentlichen Rechts.  Das übliche Verfahren für die § 10 Bestattungen, oder auch Amtsbestattungen besteht in einer Feuerbestattung in Öjendorf und einer Sammelbeisetzung auf dem Öjendorfer Friedhof. Nicht zuletzt durch das jahrelange Einwirken auf den Senat der Stadt Hamburg von Frater Raphael, einem ehrenamtlichen Seelsorger, wurde die jahrzehntelange Praxis der namenlosen Beisetzung in Öjendorf ersetzt durch ein Verfahren, dass die Namen der Verstorbenen auf dem Begräbnisfeld verzeichnet und verewigt. Wir vom Verein Quo Vadis sind froh, dass diese anonyme Beisetzungspraxis für die Bestattugnen von Amts wegen aufgehoben wurde zugunsten einer mit Erinnerungszeichen versehenen Ehren – und Gedächtnisstätte.

Letzter Abschied bei Amtsbestattungen

Viele Jahrzehnte hat sich Pastor Probst darum gekümmert, dass die Urnen vor der still-morgendlichen Beisetzung einen letzten Abschiedssegen bekommen haben.  Vor kurzen ist Pastor Probst in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden. Auch heute noch werden die Urnen ausgesegnet von Ehrenamtlichen und Pastoren. Was die wenigsten wissen ist, dass auch Freunde des Verstorbenen eine Trauerfeier sich wünschen können von der veranlassenden Behörde. Allerdings muss man sich um alles selbst kümmern: Die Blumen, die zu spielende Musik die Ansprache, ggf durch einen professionellen Trauerredner, oder einen Geistlichen. Selbstverständlich kann man als Freund auch selbst reden und die Verabschiedungsfeier gestalten.